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Home Renovation & Umbau Renovieren Architekten und Mitverantwortung
Architekten und Mitverantwortung PDF Drucken

Architekten tragen Mitverantwortung für den Klimaschutz

Rudolf Franz von PfyfferRudolf Franz von Pfyffer, Architekt HTL, führte in Luzern 30 Jahre lang ein eigenes Architekturbüro, bevor er sich auf Schatzungen und Gebäude-Transaktionen spezialisierte – er weiss um die Bedeutung von gutem Sonnen- und Wetterschutz.

Herr von Pfyffer, Sie machen seit zehn Jahren Schatzungen für Mehrfamilien-häuser, Büro- und Gewerbegebäude, Einfamilienhäuser und Wohnungen. Richten Sie dabei ihr Augenmerk

auch auf den Sonnen- und Wetterschutz?

Von Pfyffer: Ja, natürlich. Denn die Rolle des guten Sonnen- und Wetterschutzes an einem Haus hat sich in letzten Jahren bedeutend verändert. Dabei geht es einerseits um die Einsparung natürlicher Ressourcen und damit die Einsparung von klimaschädlichen CO2-Emmissionen, wie auch um den Stormverbrauch. In den Begriffen Minergie, Nachhaltigkeit und natürlich dem Renditeaspekt, die heute bei der Erstellung von Gebäuden wichtig sind, ist der Sonnen- und Wetterschutz nicht mehr weg zu denken.

Warum?

Von Pfyffer: Jeder Architekt weiss, dass der grosse Anteil der Glasflächen an einem Gebäude die grösste Wärmeverlustquelle im Winter ist. Und umgekehrt zum grössten Wärmezufluss im Sommer wird, was Klimaanlagen mit hohem Stromverbrauch zur Folge hat. Damit ist jeder Architekt mitverantwortlich für die Nachhaltigkeit und den Energieverbrauch eines Gebäudes und sollte dem Sonnen- und Wetterschutz Rechnung tragen. Denn der ist, pointiert ausgedrückt, zum Klimaschutz avanciert.

Sie haben in den 70er Jahren auch Mehrfamilienhäuser gebaut, was haben Sie als Sonnen- und Wetterschutz verwendet?

Von Pfyffer: Ich bin ehrlich: ausschliesslich Lamellenstoren. Aber der Fenster- und Glasanteil am Haus war damals viel kleiner. Und: Wir mussten mit Hypothekarbankzinsen von sieben Prozent rechnen. Da wusste man wo man sparen konnte.

Würden Sie heute noch bauen, würden Sie sich anders entscheiden?

Von Pfyffer: Ich würde von Fall zu Fall entscheiden. Aber sicher sind Rollläden heute die Wert vermehrende Variante. Man kann ja auch Rollläden und Lamellenstoren kombinieren. Der Vorteil an Lamellenstoren ist, dass sich der Lichteinfall regulieren lässt, sonst bieten sie im besten Fall Windschutz. Aber der Rollladen, z.B. von Rufalex, ist langlebiger, einfacher zu warten – und vor allem sind geschäumte Rollladenprofile ein wichtiges Isolationselement.

Wieso sind Rollläden im benachbarten Ausland viel verbreiteter als in der Schweiz?

Von Pfyffer: Rollläden gibts seit einem Jahrhundert – und das in verschiedensten Ausführungen und Qualitäten. Ich kann nicht sagen ob es traditionsgemäss ein Sicherheitsfaktor ist, oder vielleicht Kriegs- oder Erdbebenbedingte Gründe waren, die den Rollladen, sagen wir im Wiederaufbau, in Nachbarnländern bekannter gemacht haben. In der Schweiz wurden Häuser immer so gebaut, dass sie hundert Jahre halten müssen. Nimmt man nicht wie früher Holzläden, dann sind heute eindeutig Qualitätsrollläden die langlebigste Sonnen- und Wetterschutz Variante. Nehmen wir die Gebäude aus den frühen 70er- Jahren: Sie wurden entweder billig, mit schlechteren Materialien gebaut – oder kostenintensiv, mit teureren Materialien. Das sind heute genau die Gebäude, die sich für eine Renovation oder einen Umbau lohnen. Ich wohne in einem gut gebauten 70-er Jahre Mehrfamilienhaus. Und unsere Rollläden funktionieren seit 40 Jahren einwandfrei.

Und bei Neubauten?

Von Pfyffer: Die paar tausend Franken, die bei der Mehrinvestition für soliden Sonnen- und Wetterschutz anfallen unter Berücksichtigung, dass ein Gebäude so lautet „die Faustregel“ alle 25 Jahre renoviert und optimiert werden sollte, kann ich nur empfehlen. Denn die fallen heute bei einem Neubau nicht mehr gross ins Gewicht – aber nach 25 Jahren eben schon.